Ich muss euch etwas gestehen: Wenn es ums Heiraten geht, bin ich ziemlich konservativ.
Ich glaube an das Ja-Wort. An Treue. An das Versprechen, füreinander da zu sein – an guten Tagen und an denen, an denen das Leben einem den Regenschirm umklappt. Ich glaube daran, dass zwei Menschen sich anschauen und sagen: „Wir beide. Erst mal bis immer – und danach bleiben wir zusammen.“
Und genau deshalb ist es mir vollkommen egal, wer da vor mir steht.

Konservativ heißt für mich:
Liebe ernst nehmen
Wer die Ehe wirklich wertschätzt, kann sie niemandem verwehren, der sie leben will. Ob da zwei Bräute stehen, zwei Bräutigame, eine trans Person mit ihrem Partner, ein Mensch, der sich in keine Geschlechterschublade stecken lassen möchte – oder mehr als zwei Menschen, die sich gemeinsam für ein Leben entschieden haben.
Um es mit meinen Worten zu sagen: Mir ist es herzlich egal, ob jemand eine Muschel oder einen Wattwurm in der Hose hat. Das ist nicht meine Baustelle – und ehrlich gesagt auch nicht die von irgendjemand anderem. Meine Baustelle ist, was in den Augen passiert, wenn das Ja-Wort fällt.


Warum es diese Kategorie eigentlich nicht geben dürfte
Ich gebe zu, dieser Beitrag hat einen kleinen Widerspruch eingebaut. Ich schreibe über „LGBTQ+-Hochzeiten“ – und finde gleichzeitig, dass es diesen Begriff gar nicht bräuchte.
Denn was soll da anders sein? Es wird genauso gelacht. Genauso geweint. Die Hände zittern beim Ringanstecken genauso, die Trauzeugin verhaspelt sich genauso bei der Rede, und spätestens beim ersten Tanz hat irgendwer Wimperntusche im Gesicht.





